
Mietkoch
Was kostet ein Mietkoch?
Ein Mietkoch kostet 39 bis 43 Euro pro Stunde, ein Küchenchef 45 bis 60 Euro. Dazu kommt die Vermittlung mit 150 Euro pro Woche, pauschal. Unterkunft und Verpflegung stellt der Betrieb, wenn der Koch anreist.
Von Niklas Hauptmann, Koch, Mietkoch und Gründer von H&H GastrolutionStand: 24. September 2026
Die Preise auf einen Blick
| Was | Preis | Wovon es abhängt |
|---|---|---|
| Mietkoch für Linie und Station | 39–43 €/Std. | Erfahrung, Anspruch des Postens |
| Küchenchef | 45–60 €/Std. | 60 € nur mit Personalführung und Kalkulation |
| Private Dining | ab 55 €/Std. | Art der Veranstaltung |
| Vermittlung | 150 €/Woche | nichts — die Pauschale ist fest |
Der bundesweite Marktpreis für Mietköche liegt derzeit bei etwa 38 Euro. Wir liegen einen Euro darüber — und sind in den meisten Fällen trotzdem günstiger. Das liegt am Abrechnungsmodell.
Warum eine Wochenpauschale und keine Stundenprovision
Am Markt üblich ist eine Stundenprovision: Der Vermittler schlägt je gearbeiteter Stunde 4 bis 6 Euro auf, nach unserer Erfahrung. Sie melden am Wochenende die Stunden, die Provision läuft mit jeder Stunde mit. Bei uns sind es 150 Euro pro Woche, pauschal — unabhängig davon, wie viele Stunden gearbeitet werden.
| Wochenstunden | Vermittlung bei uns, je Stunde | üblich am Markt |
|---|---|---|
| 40 | 3,75 € | 4–6 € |
| 50 | 3,00 € | 4–6 € |
| 60 | 2,50 € | 4–6 € |
Unsere Gebühr je Stunde fällt mit der Länge des Einsatzes. Eine Stundenprovision bleibt, wo sie ist.
Gegen einen Vermittler mit 6 Euro Stundenprovision zahlen Sie bei 40 Stunden 1.710 € statt 1.760 €, bei 60 Stunden 2.490 € statt 2.640 €. Liegt die Provision Ihres Anbieters bei 4 Euro, sind Sie bei 40 Stunden knapp günstiger als bei uns — ab etwa 50 Stunden dreht es sich. Rechnen Sie es mit Ihrem eigenen Angebot nach, die Formel steht oben.
Der eigentliche Unterschied zeigt sich bei Überstunden. Wenn die Provision mit jeder Stunde mitläuft, wird jede Mehrstunde doppelt teuer — und man deckelt den Koch bei 40 Stunden, gerade dann, wenn man ihn braucht. Bei einer Wochenpauschale kostet die 41. Stunde nur den Stundensatz des Kochs.
Mehrere Köche werden günstiger
Buchen Sie mehr als einen Koch, sinkt die Pauschale mit jedem weiteren: Jeder Platz kostet 25 Euro weniger als der davor, Untergrenze 50 Euro je Woche.
| Koch | Pauschale je Woche | Summe bis hierhin |
|---|---|---|
| 1. | 150 € | 150 € |
| 2. | 125 € | 275 € |
| 3. | 100 € | 375 € |
| 4. | 75 € | 450 € |
| 5. | 50 € | 500 € |
Fünf Köche für eine Woche kosten in der Vermittlung also 500 € statt 750 €. Bei einer Stundenprovision gibt es diesen Effekt nicht — die wächst mit jedem Koch linear mit.
Zuschläge und Bedingungen
- Feiertage: 100 Prozent Zuschlag. Für Wochenenden und Nachtarbeit gibt es keinen Zuschlag.
- Keine Tages- oder Wochenpauschalen beim Koch. Der Stundensatz ist fest, Sie zahlen die Stunden, die gearbeitet werden.
- Der Koch bringt mit: eigene Arbeitskleidung und eigenes Werkzeug.
- Der Betrieb stellt: Unterkunft und Verpflegung, wenn der Koch anreisen muss, dazu eine kurze Einweisung in die Küche.
- Die Anfahrt wird direkt mit dem Koch vereinbart, das Kilometergeld ist darin enthalten.
- Übliche Größe: eine Arbeitswoche mit 40 Stunden. Kürzere Einsätze gehen, brauchen aber einen höheren Satz, damit sich die Anreise für den Koch rechnet.
Beispielrechnung: eine Woche Mietkoch
| Mietkoch, 40 Stunden à 39 € | 1.560 € |
| Vermittlung, eine Woche pauschal | 150 € |
| Summe, netto zzgl. USt. | 1.710 € |
| dazu als Sachleistung | Unterkunft und Verpflegung |
| dazu nach Vereinbarung | Anfahrt |
Mit einem Küchenchef zu 45 Euro sind es 1.950 € in derselben Woche. Es gibt keine Anzahlung und keine Vorkasse: Abgerechnet wird nach der ersten Arbeitswoche, der Koch stellt seine Rechnung, wir unsere Pauschale.
Der ehrliche Vergleich zur Festanstellung
Viele Anbieter behaupten, ein Mietkoch sei günstiger als ein Festangestellter. Das stimmt im Normalfall nicht, und wir sagen es Ihnen lieber vorher.
Ein festangestellter Koch kostet mehr als sein Bruttogehalt: Arbeitgeberanteile und Umlagen von rund 23 Prozent kommen hinzu, dazu Sachkosten. Vor allem aber stehen den Kosten weniger Stunden gegenüber, als der Vertrag vermuten lässt. Von 2.080 vertraglichen Jahresstunden bleiben nach Urlaub, Feiertagen und Krankheit rund 1.664 produktive Stunden.
| Linienkoch | Küchenchef | |
|---|---|---|
| Bruttogehalt im Monat | 2.882 € | 3.800 € |
| Jahreskosten mit Arbeitgeberanteil | 43.338 € | 56.888 € |
| Kosten je produktiver Stunde | 26,04 € | 34,19 € |
| Mietkoch zum Vergleich | 39 € | 45 € |
Grundlage: Median-Bruttogehalt nach dem Entgeltatlas Koch/Köchin, Bundesagentur für Arbeit, 12 Monatsgehälter, 23 Prozent Arbeitgeberanteil und Umlagen, 800 € Sachkosten im Jahr, 40-Stunden-Woche, 28 Urlaubstage, 9 Feiertage, 15 Krankheitstage.
Im ganzjährigen Vollbetrieb mit planbarem Bedarf ist die Festanstellung günstiger. Stellen Sie dann fest an.
Wann sich der Mietkoch trotzdem rechnet
Saisonbetrieb. Das ist der klarste Fall. Ein Haus, das 7 Monate geöffnet hat, aber zwölf Monate Lohn zahlt, hat dieselben Jahreskosten bei rund 971 produktiven Stunden:
44,63 € je produktiver Stunde — der Festangestellte ist im Saisonbetrieb teurer als der Mietkoch zu 39 Euro.
- Hoher Krankenstand. Jeder Ausfalltag verteuert die produktive Stunde des Festangestellten. Einen Mietkoch zahlen Sie nur, wenn er in der Küche steht.
- Überstunden. Der Festangestellte darf irgendwann nicht mehr — das Arbeitszeitgesetz gilt. Ein selbständiger Mietkoch teilt sich seine Zeit selbst ein.
- Austauschbarkeit. Passt der Mietkoch nicht, ist er ersetzt. Ein Festangestellter nicht.
- Sofortige Verfügbarkeit. Eine Stellenausschreibung dauert Wochen. Ein Mietkoch steht in der Regel innerhalb von 24 Stunden in Ihrer Küche.
Woran Sie ein zu günstiges Angebot erkennen
Unter 34 Euro pro Stunde sollten Sie misstrauisch werden. Ein erfahrener Mietkoch arbeitet zu diesem Preis nicht — er wartet lieber ein, zwei Wochen auf den nächsten Auftrag. Wer unter dieser Schwelle sofort zusagt, hat in der Regel keine Aufträge mehr, und das hat meistens einen Grund.
Wir haben aus genau diesem Grund Aufträge abgelehnt. Zuletzt eine Anfrage über fünf Köche — 500 Euro Vermittlungspauschale für uns. Geboten wurden maximal 38 Euro, ohne Unterkunft, bei Schichten von 6 bis 16 und von 16 bis 1 Uhr, ohne angemessene Anfahrtspauschale. Wir haben abgesagt. Ein anderes Mal eine Hütte, die 32 Euro zahlen wollte, dafür aber Küchenleitung, Alleinarbeit, Spülen und Reinigung erwartete, 12 bis 13 Stunden am Tag. Ebenfalls abgesagt.
Das hat einen einfachen Grund: Ein Koch, der unter solchen Bedingungen anfängt, hört vorzeitig auf. Den Schaden hätten Sie.
Häufige Fragen
Gibt es eine Mindeststundenzahl? Praktisch ja. Üblich ist eine Arbeitswoche mit 40 Stunden. Kürzere Einsätze sind möglich, brauchen aber einen höheren Stundensatz, damit sich die Anreise für den Koch überhaupt rechnet.
Wie schnell kann jemand da sein? In der Regel innerhalb von 24 Stunden.
Ist der Koch gut? Wir vermitteln keine Köche ohne Berufserfahrung. Ein Mietkoch wird gerufen, wenn es eigentlich schon zu spät ist — er muss ohne Einarbeitung funktionieren. Gesetzlich ist Erfahrung nicht vorgeschrieben, bei uns ist sie Bedingung.
Was passiert, wenn der Koch krank wird? Wir suchen umgehend Ersatz. Das ist der Unterschied zur direkten Buchung eines einzelnen Mietkochs — dort müssten Sie das selbst lösen.
Was, wenn der Koch nicht zu uns passt? Dann tauschen wir ihn. Genau das ist der Vorteil gegenüber einer Festanstellung.
Was gilt bei einer Absage? Bis sieben Tage vor Beginn ist eine Absage kostenfrei. Danach erhält der Koch ein Ausfallhonorar für eine Woche, unsere Vermittlungspauschale entfällt. Dieselbe Frist gilt, wenn der Koch absagt.
Bedarf besprechen
Sagen Sie uns Einsatzort, Zeitraum und welchen Posten Sie besetzen müssen — dann wissen Sie innerhalb eines Tages, ob jemand Passendes frei ist. Wenn nicht, sagen wir das auch.
Weiterlesen
Was hier beschrieben ist, habe ich als Mietkoch in der Küche gesehen — nicht als Vermittler am Telefon.